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Gemeindebrief 01/07 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pfr. Winfried Abel   
Mittwoch, 17. Januar 2007

 

Liebe Gemeinde!

Das Neue Jahr 2007 ist noch etwas gewöhnungsbedürftig. Zum ersten Mal haben die beiden Gemeinden Giesel und Neuenberg ein volles gemeinsames Jahr vor sich. Was wird es bringen? Wir dürfen mit einiger Gelassenheit in die Zukunft schauen. Vielleicht wissen Sie, dass der römische Gott Janus dem ersten Monat des Jahres den Namen gegeben hat. Sein Bildnis zeigt ein Doppelgesicht – nach vorne und nach hinten gewandt. Janus war der Gott der Zeit und des Jahresbeginns. Also verkörpert er die uralte Weisheit, dass wir im Blick auf die Vergangenheit die Zukunft verstehen und meistern können.

Der romantische Dichter Friedrich Wilhelm Weber (+1894) findet in seiner Dichtung "Dreizehnlinden" dazu die treffenden Worte: "Und da sich die neuen Tage aus dem Schutt der alten bauen, kann ein ungetrübtes Auge rückwärts blickend vorwärts schauen." Wir Christen haben, weil wir die Zeitlichkeit von der Ewigkeit durchdrungen wissen, zu Vergangenheit und Zukunft noch einmal einen anderen Zugang. Es gibt etwas Bleibendes und etwas Vergängliches, das unser Leben durchwaltet.

Mir kommt die Zeit wie ein Rad vor, das sich in rasanter Geschwindigkeit immer schneller bewegt, deren Zentrifugalkräfte nur durch die "Nabe" der Ewigkeit gezügelt werden können. Wir müssen also in der Mitte verankert bleiben. Der jüdische Rabbi Meir sagte einmal "…Und dann kommt der böse Widersacher und reißt das innerste Pünktlein heraus, aber alles andere bleibt wie zuvor, und das Rad dreht sich weiter, nur das innere Pünktlein fehlt… Aber Gott helfe uns: man darf's nicht geschehen lassen.

Liebe Gemeinde, Sie kennen die Mitte, die uns Halt gibt: Gott, der unsere Zeit in Seinen Händen hält. Möge ER Sie sicher vom Januar zum Dezember geleiten!

Ihr Pfarrer


 

 

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