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Geschrieben von Pfr. Winfried Abel
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Montag, 9. Oktober 2006 |
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Liebe Gemeinde!
Der Oktober ist, wie der Mai, ein Marienmonat. Marienverehrung ist bekanntlich eine Form der Christusverehrung. Wer den Sohn liebt, liebt auch die Mutter. In den ersten christlichen Jahrhunderten musste man notwendig auf Maria stoßen, weil man sich mit der Frage quälte: war Jesus nur der Sohn Gottes oder nur ein Mensch? Oder war er beides in einer Person? Die Menschwerdung Gottes - eine bloße Maskerade und Verkleidung? Die frühen Konzilien der Kirche legten als verbindliche Lehre fest: Jesus ist in einer Person Gott und Mensch. Wenn Er also Gott zum Vater hat, dann muss ER Maria zur Mutter haben. Das Ökumenische Konzil von Ephesus (431) gab daher Maria den Titel "Gottesgebärerin". Ihre Nähe zu Jesus – auch in der Rolle der Fürbitterin – wird ja bereits in den Evangelien erwähnt. Diese Verbindung Jesus-Maria führte in der Geschichte der Frömmigkeit zum Rosenkranzgebet. Die uralte Gebetsform der wiederholten Anrufungen ist in allen Kulturen verbreitet. Sie stellt eine Form der Meditation und der Inständigkeit dar. Auch der Islam kennt die Gebetskette. Ausgerechnet die Islamgefahr hat im 16. Jahrhundert dazu geführt, dass das Rosenkranzgebet weltweit verbreitet wurde. Die berühmte Seeschlacht bei Lepanto (7.10.1571), in der die christlichen Heere die türkische Flotte besiegten, wird vor allem der Wirkung des Rosenkranzgebetes zugeschrieben. Seitdem feiert die Kirche am 7. Oktober das Rosenkranzfest. Angesichts der großen Bedrohung durch den religiösen Fanatismus, dem die Welt heute ausgesetzt ist, sollte das Rosenkranzgebet wieder als "Waffe" entdeckt werden. Gewaltloser Widerstand lässt sich nur durch eine mächtige Offensive des Gebets rechtfertigen. Mit dem Rosenkranz gegen Panzer – oder gar Atombomben? Warum eigentlich nicht?
Ihr Pfarrer
Winfried Abel
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