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Liebe Gemeinde!
Die katholische Kirche liegt diesbezüglich voll im Trend: Wallfahrten sind wieder "in" und Demonstrationen erfreuen sich großer Beliebtheit.
Vom 4. bis 13. Mai war ich mit einer Pilgergruppe aus der St. Andreas-Pfarrei auf dem Jakobusweg von Bad Schussenried nach Einsiedeln unterwegs (ca. 200 km). Wir durchschritten den blühenden Gottesgarten einer prächtigen Kultur- und Frühlingslandschaft, besuchten das Kloster Weingarten, fuhren mit dem Schiff über den Bodensee nach Konstanz, überschritten die Schweizer Grenze und erklommen so manchen Gipfel der kleinen Voralpenberge. Vom Zürich-See stiegen wir auf den Etzel, wo einst der hl. Meinrad seine Klause hatte, und zogen fröhlich zum Heiligtum der Gottesmutter nach Einsiedeln. Für alle Mitpilger war das so etwas wie der Einzug in das himmlische Jerusalem –
Kurz zuvor war im Imhof-Verlag ein Buch über den Jakobsweg erschienen, in welchem das Fuldaer Ehepaar Chiari seine Fußwallfahrt nach Santiago de Compstela anschaulich beschreibt. Das eher locker geschriebene Buch des Fernseh-Unterhalters Kerkeling "Ich bin dann mal weg" hat viele – auch Nicht-Christen – motiviert, sich auch mal auf den Jakobsweg zu begeben. Also: Pilgern ist "in" und für Körper und Seele ein Gewinn.
Der Juni ist ein Monat der kleinen Pilgerwege, die wir Prozessionen nennen. Wir pilgern zum Grab des heiligen Bonifatius, - für die Neuenberger ein Spaziergang, für die Gieseler eine leichte Strapaze. Und am Fronleichnamstag sind wir wieder unterwegs, diesmal mit dem eucharistischen Herrn in unserer Mitte. –
Vielleicht drückt gerade die Fronleichnamsprozession am deutlichsten aus, was jeder Pilgerschaft – und vor allem unseres Lebens – tiefster Sinn ist: wir sind gemeinsam unterwegs zu Gott. "Pilgerndes Volk Gottes" – das ist die Kirche. Ein satellitengesteuertes Navigationsgerät zeigt uns zwar nicht den Weg, - es gibt ja viel Besseres: Christus ist in unserer Mitte. ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Auf IHN bezogen, könnte man sogar sagen: "Der Weg ist das Ziel", - ansonsten freue ich mich auf das Endziel, - das Himmlische Jerusalem. Sie auch? –
Ihr Pfarrer
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