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Liebe Gemeinde!
"Wollt auch ihr gehen?" Diese Frage Jesu, in kritischer Stunde an seinen engsten Freundeskreis gestellt, enthält eine Aufforderung zu einer ernsten Entscheidung. Die Jünger sollen nicht nur eine Wegstrecke mit Jesus gehen, - solange es ihnen Spaß macht, sondern sie sind eingeladen und aufgefordert, den ganzen Weg mit Jesus zu gehen. Dieser Weg heißt nicht nur "Hochzeit zu Kana" oder "Brotvermehrung", "Wunder und Heilungen", sondern auch "Ölberg", "Einsamkeit", "Verrat und Tod".
Jedes Brautpaar verspricht vor dem Altar, sich in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit die "Treue zu halten. Was sie dazu antreibt, das zu tun, ist einzig und allein die Liebe. Ich kenne wunderbare Zeugnisse gelebter Liebe durch alle Höhen und Tiefen des Lebens hindurch. Liebe darf nie eine Einbahnstraße bleiben, so dass der eine die ganze Intensität der Hingabe leistet, der andere aber die kalte Schulter zeigt. In der Beziehung zwischen Gott und Mensch scheint mir das meistens der Fall zu sein. Gott gibt sich mit der ganzen Intensität seines Wesens an den Menschen hin, doch der Mensch lässt sich davon nicht berühren.
Genau betrachtet, begründet das unsere Religion: dass Gott uns nicht nur erschaffen und uns auf diesem wunderbaren Planeten Erde einen Lebensraum geschenkt hat, sondern dass ER uns unglaublich liebt – bis zur Hingabe seiner selbst; - und das gilt nicht nur für ein paar Auserwählte, sondern für alle Menschen ohne Ausnahme. –
Es tut mir physisch weh, wenn Menschen mir erklären, sie wollten mit Gott nichts zu tun haben, ja sie hätten sich von IHM emanzipiert. Ich halte es ihrer Unkenntnis zugute, so zu reden. Denn – stellen Sie sich einmal vor, Gott würde sich von uns Menschen emanzipieren. Abgesehen davon, dass dann die ganze Welt in sich zusammenfiele, wäre unser Leben der totalen Sinnlosigkeit und dem blinden Schicksal ausgeliefert. Der kostbarste Besitz ist unser Glaube an IHN.
Ach, wenn doch alle Eltern dies begriffen und ihren Kindern diese Kostbarkeit weiterschenkten! Hier geht es nicht um ein wenig Spaß und Vergnügen, sondern um die vollkommene Freude.
Ihr Pfarrer
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