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Gemeindebrief 10/09 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pfr. Winfried Abel   
Mittwoch, 25. November 2009

 

Liebe Gemeinde!

Das Fest unseres Kirchenpatrons, des hl. Andreas, markiert das Ende des Kirchenjahres. Wir treten ein in die adventliche Zeit, die so stark sehnsuchts- und erinnerungsgeschwängert ist, dass auch die geschäftliche Welt von den vorweihnachtlichen Träumen der Kinder und Erwachsenen profitiert.
Die kommerzialisierte Weihnachtsmarktkultur gibt vor, alle tief gründende Sehnsucht und Erwartung der Menschen in der kurzschlüssigen Erfüllung materieller Wünsche befriedigen zu können. Am Ende steht dann immer die ernüchternde und enttäuschte Frage: war's das also? –

Das war's eben nicht!

Der 1964 verstorbene jüdische Schauspieler Ernst Ginsberg schrieb einst im Rückblick auf sein Leben: "Es scheint mir, dass das Glücksverlangen und die Glücksvorstellungskraft jedes Menschen so weit über das hinausgehen, was selbst das glücklichste Leben, geschweige ein unglückliches, zu erfüllen vermag, dass es eine für mich unvorstellbare Grausamkeit Gottes wäre, eine so gewaltige und irdisch unerfüllbare Sehnsuchtskraft in den Menschen zu legen, wenn dieser Sehnsucht nicht eine Wirklichkeit nach dem Tode Genüge leistete." Dieses Wort spricht sicherlich einem jeden von Ihnen aus der Seele. Alle Menschen sind nämlich unbewusst, die Christen sogar bewusst, adventliche Wesen: sie leben in der Erwartung, dass sich einst ihre tiefsten Sehnsüchte nach vollendetem Glück erfüllen.

Künden nicht alle Mythen und Märchen von diesem Glücksverlangen? Die Antwort auf diesen Hunger nach Leben gibt uns die Ankunft dessen, der von sich sagt: "Ich bin das Leben", - der alle Mühseligen und Beladenen einlädt, bei IHM zur Ruhe zu kommen, ja der aus jeder Schuldverstrickung befreien kann und einmal alle Tränen abtrocknen wird. Der Advent nimmt dieses Ereignis gewissermaßen vorweg, indem er dem in Christus gegründeten Menschen eine solche unbändige Hoffnung ins Herz legt, dass er in großer Gelassenheit alle Schicksalsschläge tragen kann und selbst im Leiden den optimistischen Ausblick auf die verheißene Lebensfülle  nicht verliert.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine reich gesegnete Adventszeit!

Ihr Pfarrer


 

 

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