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Liebe Gemeinde!
Eine der chassidischen Geschichten, die Martin Buber gesammelt hat, erzählt eine denkwürdige Begegnung des Rabbi Naftali. In seiner Stadt Ropschitz beauftragten die Reichen, deren Häuser einsam oder am Ende des Ortes lagen, Wächter, um nachts ihren Besitz zu schützen. Als Rabbi Naftali eines späten Abend am Rande des Waldes spazieren ging, begegnete er einem der Wächter: "Für wen gehst du?" fragte ihn der Rabbi. Der Wächter nannte den Namen eines Auftraggebers, fügte aber die Gegenfrage hinzu: "Und für wen geht Ihr, Rabbi?" Das Wort traf den Gelehrten wie ein Pfeil. "Noch gehe ich für niemanden!", stammelte er. Lange schritt er schweigend neben dem Wächter einher. "Willst du mein Diener werden?" fragte er endlich. "Das will ich gern", antwortete jener, "doch was hab ich zu tun?" "Mich zu erinnern", sagte Rabbi Naftali.
Das diesjährige Weihnachtsfest wird mir ein solcher "Erinnerer" sein. Denn genau vor einem Jahr geschah es während des Gottesdienstes am Zweiten Weihnachtstag, dass ich einen Blinddarmdurchbruch erlitt. Die daraus resultierenden Darm-Krämpfe hielt ich für ein Kreislaufproblem und schleppte mich noch zwei Tage damit herum. Das wäre fast mein Tod gewesen. So begann das Neue Jahr für mich in der Intensivstation, - die entfernten Böllerschüsse sind mir noch in Erinnerung. –
Doch meine eigentliche Erinnerung reicht in die Zukunft: der TOD soll mir ein TOR zum Leben sein. Franz von Assisi nennt ihn "Bruder", weil er – es klingt paradox – ein Freund des LEBENS ist.
Derjenige, den obiges Bild aus Assisi als Neugeborenen darstellt, ist das LEBEN in Person. IHM verdanken wir den Optimismus, der nicht den Mainstream unserer lebensgierigen Gesellschaft bestimmt, - nämlich die Hoffnung auf ein Leben, das mehr ist als Gesundheit, Spaß, Essen und Trinken. Eigentlich sollte das Leben jedes Menschen von dieser Hoffnung erfüllt sein! –
Kürzlich hatte ich in einem Altenheim eine symptomatische Begegnung. Ich besuchte einen älteren Herrn, der spürbar an Altersdemenz litt. Als ich ihn nach seinem Wohlbefinden fragte, gab er mir zur Antwort: "Herr Pfarrer, ich habe Durst, aber ich will nicht trinken!" Ein gefülltes Glas Wasser stand in Reichweite vor ihm auf dem Tisch.
Bei dieser Gelegenheit kam es mir sofort in den Sinn: genau das ist das Problem der Menschen heute: sie haben Durst, aber sie wollen nicht trinken, obwohl ihnen das Wasser des Lebens – umsonst! – dargeboten wird. Sehnsucht und Hoffnung sind das Lebenselixier eines jeden Menschen. Doch die Hoffnungsbögen werden verkürzt auf das irdische Dasein, in das man alles Glück der Welt hineinzwingen möchte.
Kürzlich sagte ein bekannter Theologe: "Was den Menschen krank macht, ist die Diesseitsvertröstung." Die ganze Werbung, die uns auch in diesen vorweihnachtlichen Tagen wieder das Glück auf Erden verspricht, steht im Dienst der Diesseitsvertröstung. Dazu gehören auch die Lieder und Melodien auf dem Weihnachtsmarkt, auch wenn sie unaufhörlich "Christus, den Retter" als einen Ohrwurm besingen. –
Nehmen Sie obiges Bild noch einmal in den Blick: Es scheint mir, als verstünde die unmündige Kreatur – vertreten durch Ochs und Esel – besser, was das LEBEN ist, als der Mensch, der dem LEBEN die Türe vor der Nase zuschlägt (Herbergsuche!). Doch Halt! Da sind ja noch ganz rechts unten die menschlichen Arme, die sich nach dem LEBEN ausstrecken! Ein Gesicht ist nicht zu sehen. Gerade dieser Umstand will mir sagen: da sollte mein Gesicht sein – oder auch Ihr Gesicht. Unsere Sehnsucht wird erfüllt! Wir sollten Durst haben und wir dürfen trinken. Unsere ausgestreckten Hände werden gefüllt. Denn die Mutter will das Kind ja nicht für sich behalten sondern der Welt schenken.
Liebe Gemeinde! Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Ihnen das Weihnachtsfest ein "Erinnerer" wird! Das LEBEN in Fülle ist allen Menschen geschenkt und liegt "abholbereit" in der Krippe, - auch für Sie!
"Der Du die Zeit in Händen hast, Herr, nimm auch dieses Jahres Last und wandle sie in Segen..."
Ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr wünscht Ihnen in herzlicher Verbundenheit:
Ihr Pfarrer
Gottesdienstordnung für die Zeit vom 17.12. bis 29.01.2012
Nbg = Neuenberg
Gsl = Giesel
Sa, 17.12.
16.00 Nbg Beichtgelegenheit
17.00 Nbg Eucharistiefeier –
So, 18.12. 4. Adventssonntag
10.00 Gsl Eucharistiefeier – Kinderkirche
17.15 Nbg Adventsvesper
Mo, 19.12.
7.00 Nbg Eucharistiefeier in der Kreuzgangkapelle
19.00 Nbg Bußandacht
Di, 20.12.
19.00 Gsl Eucharistiefeier
Mi, 21.12.
19.00 Nbg Eucharistiefeier mit Kelchkommunion
Do, 22.12.
6.00 Nbg Roratemesse
Fr. 23.12
8.00 Gsl Eucharistiefeier
9.00 Nbg Gebetskreis in der Krypta
Sa, 24.12. Heiligabend
16.00 Nbg Kinderkrippenfeier (keine Eucharistiefeier!)
16.00 Gsl Kinderkrippenfeier (keine Eucharistiefeier!)
22.00 Nbg Christmette –
22.00 Gsl Christmette
So, 25.12. Weihnachten – Hochfest der Geburt des Herrn
10..00 Gsl Festhochamt –
10.15 Nbg Festhochamt –
17.15 Nbg Weihnachtsvesper
Mo, 26.12. Hl. Stephanus, 1. Märtyrer – 2. Weihnachtsfeiertag
10.00 Gsl Eucharistiefeier
10.15 Nbg Eucharistiefeier – es singt der Kirchenchor
Di, 27.10
19.00 Gsl kein Gottesdienst!
Mi, 28.12. Fest Unschuldige Kinder
19.00 Nbg Eucharistiefeier
Do, 29.12.
18.00 Nbg Eucharistiefeier in der Krypta
Fr, 30.12.. Fest der Heiligen Familie Jesus, Maria, Josef
8.00 Gsl Eucharistiefeier
9.00 Nbg Gebetskreis in der Krypta
Sa, 31.12.
17.00 Nbg Jahresschlussgottesdienst
17.00 Gsl Jahresschlussgottesdienst
So, 01.01. Neujahr: 1. Januar 2012 Hochfest der Gottesmutter
10.15 Nbg Eucharistiefeier
10.00 Gsl Eucharistiefeier
Mo, 02.01.
7.00 Nbg Eucharistiefeier in der Kreuzgangkapelle
Di, 03.01.
19.00 Gsl Eucharistiefeier
Mi, 04.01.
19.00 Nbg Eucharistiefeier mit Kelchkommunion
Do, 05.01.
18.00 Nbg Eucharistiefeier in der Krypta
Fr, 06.01. Hochfest Erscheinung des Herrn
7.30 Gsl Rosenkranzgebet um Priester- u. Ordensberufungen
8.00 Gsl Eucharistiefeier
Aussendung der Sternsinger - Krankenkommunion
9.00 Nbg Gebetskreis in der Krypta
19,00 Nbg Eucharistiefeier (mit den Sternsingern)
Sa, 07.01.
16.00 Nbg Beichtgelegenheit
17.30 Gsl Beichtgelegenheit
18.00 Gsl Eucharistiefeier –
So, 08.01. Taufe des Herrn - Ende der Weihnachtszeit
10.15 Nbg Eucharistiefeier –
anschließend Neujahrsempfang
Di, 10.01.
19.00 Gsl Eucharistiefeier -
Mi, 11.01.
19.00 Nbg Eucharistiefeier mit Kelchkommunion
Do, 12.01.
18.00 Nbg Eucharistiefeier in der Krypta
Fr, 13.01.
8.00 Gsl Eucharistiefeier
9.00 Nbg Gebetskreis in der Krypta
Sa, 14.01.
16.00 Nbg Beichtgelegenheit
17.00 Nbg Eucharistiefeier –
So, 15.01. 2. Sonntag im Jahreskreis
10.00 Gsl Eucharistiefeier
Di, 17.01.
19.00 Gsl Eucharistiefeier
Mi, 18.01.
19.00 Nbg Eucharistiefeier mit Kelchkommunion
Do, 19.01.
18.00 Nbg Eucharistiefeier in der Krypta
Fr, 20.01.
8.00 Gsl Eucharistiefeier
9.00 Nbg Gebetskreis in der Krypta
Sa, 21.01.
16.00 Nbg Beichtgelegenheit
17.30 Gsl Beichtgelegenheit
18.00 Gsl Eucharistiefeier
So, 22.01. 3. Sonntag im Jahreskreis
10.15 Nbg Eucharistiefeier für die Pfarrgemeinde
parallel dazu f. Kinder: "Unter Gottes Regenbogen"
Mo, 23.01.
19.00 Nbg Ökumenischer Gottesdienst
Di, 24.01.
19.00 Gsl Eucharistiefeier
Mi, 25.01.
19.00 Nbg Eucharistiefeier mit Kelchkommunion
Do, 26.01.
18.00 Nbg Eucharistiefeier in der Krypta
Fr, 27.01.
8.00 Gsl Eucharistiefeier
9.00 Nbg Gebetskreis in der Krypta
Sa, 28.01.
16.00 Nbg Beichtgelegenheit
17.00 Nbg Eucharistiefeier-
So, 29.01. 4. Sonntag im Jahreskreis
10.00 Gsl Eucharistiefeier
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