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Liebe Gemeinde
Wenn ich mit Menschen ins Gespräch komme über Terminfragen und Absprachen, dann höre ich immer wieder sagen: "Natürlich, Herr Pfarrer, der Sonntag ist ja Ihr Haupt-Arbeitstag!"
Stimmt das?
Wer den Gottesdienst nur unter dem Aspekt der (lästigen?) Pflichterfüllung betrachtet, der mag so sprechen. Mir persönlich geht es anders. Der Sonntag ist für mich ein besonderer Feiertag, auf den ich mich die ganze Woche über freue. Gottesdienste gehören wohl zu den Pflichten eines jeden Priesters, aber sie sind keine Arbeit im eigentlichen Sinn. Es ist schön, wenn die Gemeinde zusammenkommt, um Gott zu loben und zu preisen, wenn ich dabei eine Mittlerrolle spielen darf, um Ihnen das kostbarste Lebensmittel zu reichen: das Brot des Wortes und der Eucharistie. Schade, wenn aus Regelmäßigkeit Routine wird und die Schönheit der Liturgie nicht mehr empfunden wird!
Warum schreibe ich Ihnen das? Ich höre in den letzten Wochen hin und wieder die Klage: "die Gottesdienstzeiten sind ungünstig" und "die Gottesdienste dauern zu lang." Ich weiß ja, dass jeder von Ihnen seinen Lebensrhythmus hat. Mir geht es ja ähnlich. Die neue Gemeinde Giesel, die ich seit einem Jahr betreuen darf, hat mich auch aus meinem Rhythmus geworfen. Testen Sie sich also, ob Sie flexibel sind! Es gehört zu den unumstößlichen Tatsachen, dass Eucharistie und Gemeinde zusammengehören. Gemeinde versammelt sich nicht nur um den Altar, sondern bildet sich auch um den Altar. Deshalb nimmt der Gläubige gern eine ungünstige Gottesdienstzeit in Kauf – um Gottes willen und um der Gemeinde willen. Sie werden erleben, dass die Freude an Gott sich paart mit der Freude an der Gemeinde.
Und wenn Sie nach dem Gottesdienst vor der Kirche noch ein wenig zusammenstehen, dient das ebenfalls der Pflege der Gemeinschaft!
Die Krypta der Andreaskirche wird ausgezeichnet
In den nächsten Tagen wird neben dem Hauptportal der St. Andreaskirche-Neuenberg eine bronzene Plakette angebracht, die die Besucher der Kirche daran erinnern wird, dass unsere Krypta in diesem Jahr einen Europäischen Kulturpreis erhalten hat. Eine Jury von EUROPA NOSTRA hat unter vielen europäischen Projekten eine Auswahl getroffen und unter anderen unsere Krypta als ein herausragendes Beispiel für Erhaltung kostbaren Kulturerbes bezeichnet. Der Preis wurde Frau Christine Kenner (Restauratorin) und mir am 8. Juni in Stockholm in Gegenwart des Schwedischen Königspaares überreicht.
Am Dienstag, 27. November, um 15,00 Uhr
wird die Plakette feierlich enthüllt. Anschließend findet im Pfarrsaal von St. Andreas eine kleine Zeremonie statt, bei der u.a. Alexander Fürst Sayn-Wittgenstein-Sayn als Mitglied der Jury, der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege (Wiesbaden), Vertreter des Bistums Fulda und ein Europa-Abgeordneter anwesend sein werden. Die Zeremonie ist öffentlich.
Am 5. Juli 2007 sind die drei Fenster eingebaut worden, die der Künstler Winfried Mühlum aus Wiesbaden für die Krypta entworfen hatte. In einen mittelalterlichen Raum ein modernes Fenster zu setzen, wäre sehr gewagt gewesen. Herr Mühlum ist kein Glasmaler, sondern ein Lichtkünstler. Er nützt die natürlichen Eigenschaften des Lichtes, nämlich dessen Spektralfarben, und lässt sie in dem ottonischen Raum zur Wirkung kommen. Der Künstler weiß genau, wie sehr die Baumeister der Krypta die kosmische Einstrahlung des Sonnenlichtes in das Bauwerk einbezogen haben. Besonders zur Tag- und Nachtgleiche ist es phantastisch zu beobachten, wie das Sonnenlicht morgens waagerecht durch das Kryptafenster auf die gegenüberliegende Grablege des Gründerabtes Richard fällt. Dabei entsteht im ganzen Raum eine fast "himmlische" Atmosphäre.
Die Truhenorgel, die z.Zt. von der Orgelfirma Hey/Urspringen gebaut wird, dürfte bei der Zeremonie am 27. November bereits vollendet sein. So wird sich unsere Krypta in neuer Schönheit zeigen und auch als Raum für die Feier der Liturgie bedeutsam werden.
Da wir die Einrichtung der Krypta mit Spenden finanzieren, wäre ich sehr dankbar, wenn Sie uns zur "Europäischen Feier" einen Beitrag leisten würden (Kirchengemeinde St. Andreas, Kto. 420 015 17 Sparkasse Fulda, BLZ 530 501 80).
Pfarrer
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