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Gemeindebrief 14/07 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pfr. Winfried Abel   
Freitag, 30. November 2007
Liebe Gemeinde!

Advent und Weihnachten sind emotional ganz tief im Herzen der Menschen verwurzelt. Selbst abge­brühte Menschen lassen sich von Rührseligkeit überwältigen, wenn sie die Glocken läuten und die vertrauten Lieder klingen hören, und draußen die Schneeflocken vom Himmel fallen. Für Patienten im Krankenhaus, für Gefangene oder Geschäftsreisende gibt es nichts seligeres, als Weihnachten im Kreis der Familie zu feiern.

Sehen wir einmal ab vom Duft des Glühweins auf den Weihnachtsmärkten und der wohligen Geborgenheit, die das eigene Haus ausstrahlt, während draußen der frostige Winter sein Regiment ausübt; die eigentliche Faszination geht doch immer noch von der Geburt eines Kindes aus, das, wenn auch unter unwirtlichen Verhältnissen, in der Geborgenheit einer Familie sein Leben beginnen durfte, und eine tiefe Liebe und Wärme in diese Welt hineingestrahlt hat.

In diesen Tagen gehen die Nachrichten vom frühen Tod der kleinen Lea-Sophie durch unser Land. Die Eltern hatten ihr Kind verhungern lassen. Viele – ich nehme an: die große Mehrzahl in unserer Bevölkerung – nehmen emotional Anteil am Schicksal dieses Kindes. Doch nur wenige denken daran, dass jährlich Tausende von Kindern im Mutterleib getötet werden, die kaum noch eine Nachricht wert sind. Diese Kinder - sie sind namenlos geblieben - bewegen die Gemüter der empörten Mehrheit nicht mehr. Sie sind Opfer eines grenzenlosen Egoismus und einer lebensfeindlichen Haltung geworden, die auch das Schicksal der kleinen Lea-Sophie besiegelt hat. Wer Kindesmord verurteilt, muss auch die Abtreibung verurteilen.

Unser Volk braucht wieder eine Kultur der Liebe, die Wärme in die kalten Herzen bringt. "Nun tragt eurer Güte hellen Schein weit in die dunkle Welt hinein" so singen wir im Advent. Ja, lasst uns das tun!

Ihr Pfarrer
 

 

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