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Seite 1 von 2 Die neue Ordnung
Ergebnis der Besprechung der Vorstände
der Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte
St. Andreas Fulda und St. Laurentius Giesel
am 16.8.2006 in Fulda-Neuenberg
Liebe Gemeinden von Giesel und Neuenberg!
Sie werden es schon in der Kirche gehört oder in der "Fuldaer Zeitung" gelesen haben, dass ich seit dem 1. August 2006 offiziell Pfarrer von Giesel bin, d.h. neben der Pfarrei St. Andreas noch eine weitere Pfarrei zu betreuen habe. Giesel, von Neuenberg ca. 10 km entfernt, gehört politisch zur Gemeinde Neuhof. Die Mitglieder der Pfarrei St. Laurentius fühlen sich allerdings mehr zur Stadt Fulda hingezogen und haben schon vor zwei Jahren dafür plädiert, in den Pfarrverbund "Fulda-West" aufgenommen zu werden.
Pfarrer Bernhard Langner (65), der dankenswerterweise seit 17 Jahren die Gemeinde St. Laurentius geleitet hat, wurde vom Bischof aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt, wird aber noch bis zum 9. September die regelmäßigen Gottesdienste feiern. Ab 10. September werde ich dann für die Gottesdienste beider Gemeinden zuständig sein.
Am 16. August trafen sich die Vorstände der Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte beider Gemeinden und besprachen die neue Situation. Beiden Parteien war klar, dass sie sich in Zukunft mit einem verringerten Gottesdienstangebot abfinden müssen. Der Pfarrer kann sich weder teilen noch darf er das Doppelte seiner bisherigen Arbeit leisten. Im Folgenden finden Sie die neue Ordnung, wie sie zwischen den beiden Gemeinden vereinbart wurde.
Lassen Sie mich dazu noch folgendes erklären. Ich möchte der Gemeinde in Giesel ebenso verbunden sein, wie ich der Gemeinde Neuenberg verbunden bin und bleibe.
Die große Mobilität der modernen Gesellschaft bringt es mit sich, dass jedes Gemeindemitglied innerhalb von 10 Minuten eine benachbarte Kirche erreichen kann. Das Gottesdienstangebot in Fulda ist mehr als reichhaltig. Dennoch wäre es bedauerlich, wenn die beiden Gemeinden durch das verringerte Gottesdienstangebot auseinander fallen würden. Gemeindebildung ist kein soziologischer sondern ein geistlicher Prozess. Die Mitte der Gemeinde ist der Altar, das Zentrum ihres Lebens die Feier der Eucharistie. Hier ist nun in besonderem Maß die Mündigkeit der Christen herausgefordert. Diese verwirklicht sich dort, wo jemand um der Gemeinschaft willen ein Opfer zu bringen bereit ist.
Der teilweise Wegfall der Vorabendmesse soll daran erinnern, dass das Wesen der Sonntagsheiligung der Gottesdienst am Sonntag selbst ist; Mitte und der Höhepunkt des Herrentages, der für uns immer noch der erste Tag der Woche ist. Die Samstag-Vorabend-Gottesdienste wurden vor 40 Jahren nicht eingeführt, um den Christen einen Ausschlaf- oder Ausflugstag zu bescheren, sondern der arbeitenden Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, wenigstens am Samstag-Abend ihre Sonntagspflicht zu erfüllen. – Wie schön wäre es, wenn sich unsere Gemeinden mehrheitlich am Sonntag in der eigenen Heimatkirche zur Eucharistiefeier zusammenfänden! Aber auch der gegenseitige Gottesdienst-Besuch der Gieseler und Neuenberger wäre ein Zeichen von Einheit und Einigkeit, wie sie in einem Pfarrverbund eine Selbstverständlichkeit sein sollten.
Ich freue mich auf das neue Wagnis mit Ihnen! Gemeinsam werden wir es schaffen, dass wir die Reduzierung der Gottesdienste als eine Herausforderung zu einem intensiveren Miteinander und zu einer tieferen Einheit mit Gott erfahren werden.
In herzlicher Verbundenheit bin und bleibe ich
Ihr Pfarrer,
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