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Die neuen Fenster der Krypta |
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Geschrieben von Pfr. Winfried Abel
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Freitag, 26. Oktober 2007 |
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Unsere ottonische Krypta hat eine neue Attraktion.
Seit dem 5. Juli 2007 sind die drei Fenster zu sehen, die der Künstler
Winfried Mühlum aus Wiesbaden entworfen hatte. Das folgende Interview,
das die Kirchenzeitung "Bonifatiusbote" mit Pfarrer Winfried Abel
führte, gibt dazu nähere Auskunft.
Frage: Wie kam es zu der Idee, ein modernes Fenster in dem historischen Raum zu verwenden?
Pfarrer Abel: Es wäre wohl sehr gewagt, in einen mittelalterlichen Raum ein modernes Fenster zu setzen. Herr Mühlum ist kein Glasmaler, sondern ein Lichtkünstler. Er nützt die natürlichen Eigenschaften des Lichtes, nämlich dessen Spektralfarben, und lässt sie in dem ottonischen Raum zur Wirkung kommen. Der Künstler weiß genau, wie sehr die Baumeister der Krypta die kosmische Einstrahlung des Sonnenlichtes in das Bauwerk einbezogen haben. Besonders zur Tag- und Nachtgleiche ist es phantastisch zu beobachten, wie das Sonnenlicht morgens waagerecht durch das Kryptafenster auf die gegenüberliegende Grablege des Gründerabtes Richard fällt. Dabei entsteht im ganzen Raum eine fast "himmlische" Atmosphäre.
Frage: Was ist das Besondere der Fenster?
Pfarrer Abel: Wie schon bemerkt, sind die Fenster nicht farbig gestaltet, sondern haben in der Mitte ein senkrechtes Glas-Band, das durch einen kunstvollen Schliff die Brechung des Lichtes bewirkt. Das Bemerkenswerte dabei ist, dass das vertikal einfallende Licht horizontal abgestrahlt wird. Selbst bei Dämmerung sammelt das Glas eine solche Lichtfülle, dass die spektralfarbene Abstrahlung in den Raum hinein eine phänomenale Wirkung erzeugt und den Eindruck einer größeren Hintergrundhelligkeit vermittelt. Das wirkt in dem mittelalterlichen Raum, weil es sich ja um natürliches kosmisches Licht und dessen Brechung handelt, keineswegs verfremdend, gibt ihm eher eine mystische Färbung. Die Wandmalereien verlieren dadurch ihren starren Charakter und erscheinen im wechselnden Farbenspiel – je nach dem Stand der Sonne – fast als lebendige Szenen.
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