Im ersten Teil des Vortrags wird das VATER UNSER einleitend als Ganzes behandelt: Es umfasst als Programm unser Leben, als Seele allen Bittens und Wünschens unser Gebet sowie die gesamte Theologie: die kirchliche Glaubens- (Dogmatik), Sitten- (Moraltheologie) und Sakramentenlehre. Es erwartet vom Beter die Bereitschaft zu einem zweifachen Lernprozess der Hingabe: den Weg der Umkehr zu gehen vom ich zum DU und den Weg der Kindwerdung.
Im zweiten Teil wird die Anrufung VATER UNSER IM HIMMEL behandelt und vor allem die Anrede VATER entfaltet, die Ursprung und liebende Beziehung bedeutet.
"Vater" zu sagen geht nur, wenn ich mich auch als "Kind" begreife. Das heißt, ich muss mich kleinmachen, bescheiden werden. Kindsein ist aber auch ein Privileg: alles vom Vater erwarten zu dürfen und alles von ihm empfangen zu dürfen.