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Bonifatius lebt


Preis: €25,00


Bonifatius lebt

Festspiel anlässlich des 1250. Todestages des Apostels der Deutschen. 

Zum Stück:

"Bonifatius lebt" führt uns in die Welt des frühen Mittelalters. Wegen seiner perspektivischen Ausleuchtung bietet das Festspiel eine ungewöhnliche Darstellung des Lebens und Wirkens des Apostels der Deutschen. Die Handlung des Stückes ist angesiedelt in der Zeit der Christianisierung der Germanischen Länder, die nicht ohne turbulente Dramatik war. Schon hatten iroschottische Mönche predigend und taufend die Länder Hessen, Thüringen und Bayern durchzogen. Doch es fehlte die ordnende Hand, die dem aufkeimenden Glauben Halt und Richtung geben konnte. Der angelsächsiche Mönch Winfried, der zum erstenmal im Jahr 716 das europäische Festland betrat, um den Friesen das Evangelium zu verkünden, wurde unversehens zum großen Missionar, Erneuerer und Organisator der deutschen und fränkischen Kirche. Nach ersten Fehlschlägen reiste er nach Rom (718/719), wo ihm Papst Gregor den Namen des römischen Martyrers "Bonifatius" gab. Nun begann der angelsächsische Mönch sein Werk in den deutschen Landen.
Der fränkische Hausmeier Karl Martell, ein bedeutender Feldherr, ist damals die beherrschende Figur im fränkischen Reich. Die Merowingerkönige finden in Childerich ihren letzten, und zwar äußerst schwachen Vertreter. Karl Martells Sohn Pippin schickt ihn 751 ins Kloster und lässt sich selbst von Bischof Bonifatius in Soissons zum König salben. Das ist der Beginn der karolingischen Dynastie, die sich bald über weite Teile Europas erstrecken wird.
In diese Epoche fällt der Ansturm des Islam auf das fränkische Hoheitsgebiet. Innerhalb kürzester Zeit (es sind nicht einmal hundert Jahre!) hat sich die neue Religion Mohammeds mit Waffengewalt über Nordafrika bis Spanien ihren Weg gebahnt. Bald darauf überwinden die Sarazenen die Pyrenäen und werden zum Schrecken Europas. Karl Martell kann 732 in der Schlacht von Tours und Poitiers die Araber hinter die Pyrenäen zurückdrängen. Seine verdienten Generäle belohnt er für ihre treuen Dienste z.T. mit prominenten Bischofssitzen. Milo, der prunksüchtige und intrigante Erzbischof von Reims wird somit zum Gegenspieler des Missionars und Reformators Bonifatius, der mit allen Mitteln versucht, der fränkischen Kirche wieder würdige Hirten zu geben.

Das ist der Stoff, aus dem Das Spiel "Bonifatius lebt" gemacht ist. Das regeltreue Kloster Fritzlar ist der erste Handlungsort, fernab vom politischen Getriebe des beginnenden 8. Jahrhunderts. Dort hatte Bonifatius einst die Donareiche gefällt und den Grundstein für das Kloster gelegt, dessen erster Vorsteher Abt Wigbert war. Vor den Toren Fritzlars befindet sich die kleine fränkische Festung Büraburg, wo bereits iroschottische Mönche ein kleines Kloster mit einer Kirche der heiligen Brigida von Kildare geweiht hatten. Die kriegerischen Sachsen vertreiben allerdings schon bald die kleine Mönchsgemeinde, die Kirche wird zerstört, der Bischofsitz aufgegeben.

In Reims, dem zweiten Handlungsort des Stückes, hat inzwischen der alte Haudegen Milo das ihm von Karl Martell verliehene Bistum übernommen. Nicht Seeleneifer sondern Jagdleidenschaft und Trunksucht beherrschen diesen grobschlächtigen Mann, der als Erzbischof mit Frau und Kind in seinem Palast wohnt und sich seines üppigen Lebens erfreut... - bis Bonifatius auf den Plan tritt. In diesem unerschrockenen Missionar findet der genußsüchtige Erzbischof nicht nur seinen Erzfeind, sondern auch die große Herausforderung seines Lebens. Priesterehe, Simonie und weltliche Investitur machen Milo keine Gewissensbisse. Er beruft sich auf die fränkische Tradition, das Eigenkirchenwesen und alte Privilegien... Bonifatius setzt zwar den machtbesessenen Erzbischof ab und erteilt dem frommen Priester Abel die Bischofsweihe, vermag es aber nicht zu erreichen, Milo zum freiwilligen Rücktritt zu bewegen...

Das Festspiel "Bonifatius lebt" bietet neben der wertvollen Aufhellung geschichtlicher Zusammenhänge genügend mitreißende Spannung und befreienden Humor. Die Geschichte der Klostergründung Fuldas wird dabei ebenso gegenwärtig wie der gewaltsame Tod des Apostels der Deutschen mit seinen 52 Gefährten. Dichterische Freiheit und historische Wahrheit sind in diesem Stück auf geschickte Weise miteinander verwoben.

Die Handlung beginnt mit dem Requiem für eine Maus und endet mit dem Requiem für den großen Märtyrerbischof Bonifatius. Der Scherz als Stilmittel der Verdeutlichung und Verheutigung. Der närrische Etzel, ein Mönch aus dem Kloster Fritzlar, schafft Verwirrung und Klärung zugleich. Unverblümt sagt er die Wahrheit, manchmal überschreitet er dabei die Grenze zur beißenden Ironie. Dennoch enthalten seine Narreteien einen Hauch von Prophetie. Die Wahrheit muss heraus!

Die Szenen:

Prolog

1. Szene: im Kloster Fritzlar
In der klösterlichen Schreibstube diktiert Abt Wigbert den jungen Mönchen einen Text. Die Arbeit wird unterbrochen durch den Boten, der einen Brief von Frater Sturm überbringt. Die Gründung des Klosters Fulda hat begonnen.

2. Szene: vor dem Haus des Milo
Milo kehrt von erfolgreicher Jagd zurück und wird überrascht durch die Ernennung zum Erzbischof von Reims. Karl Martell hat seinen alten Kämpen aus der Schlacht von Tours und Poitiers nicht vergessen und ihn auf den bedeutenden Bischofsthron erhoben. Hier zeichnet sich schon der Konflikt ab: wo weltliche Herrscher die fränkische Kirche regieren und sich nicht an die römische Ordnung halten, muß der päpstliche Legat Bonifatius auf den Plan treten.

3. Szene: im Kloster Fritzlar
In ein Gespräch des Abtes Wigbert mit dem Mönch Denehard über die Neugründung des Klosters Fulda platzt die Schreckensbotschaft vom Einfall der Sachsen in die Büraburg. Wer könnte Hilfe bringen, wenn nicht der neue Frankenherrscher Pippin? Wigbert beschließt, eine Gesandtschaft zum fränkischen Hof zu schicken.

4. Szene: vor dem Haus des Milo
Erzbischof Milo kehrt volltrunken von einer Kirchweihe zurück. In Reims sind die Vorbereitungen für den Empfang des Könige Pippin und des päpstlichen Legaten Bonifatius in vollem Gange. Ein lästiger Kleriker trübt die gute Stimmung.

5. Szene: auf dem Markt in Reims
Auch hier – unter Marktschreiern und Gauklern – ist die Ankunft von Pippin und Bonifatius das große Gespräch. Das launische Volk lässt sich von dem korrupten Kleriker in Stimmung versetzen.

6. Szene: vor dem Haus des Milo
Große Enttäuschung: Weder Pippin noch Bonifatius sind in Reims erschienen. Der Frankenkönig ist plötzlich nach Italien aufgebrochen, um die Langobarden zu züchtigen, und Bonifatius hat sich auf seine letzte Reise nach Friesland begeben. Milo sucht seinen Trost in der Jagd. Da taucht unversehens Bischof Witta auf und sorgt für Mißstim-mung.

7. Szene: im Kloster Fritzlar
Die Nachricht vom Tod des Missionsbischofs Bonifatius erfüllt die Mönche mit großer Trauer. Während des Requiems erscheint Milo im Büßergewand. Bonifatius hat ihn zur Umkehr geführt. Das große Wunder, das – laut Geschichtsschreibung – die Fuldaer Mönche als die himmlische Anerkennung ihres verehrten Glaubensvaters vermissten, hat sich auf unmerkliche Weise ereignet: denn Bonifatius lebt!

Epilog

Autor: Pfr. Winfried Abel

Regie: Winfried H. Witzel

Kamera & Schnitt: H. Felber, E. Völlinger & W. Wurtinger

Spieldauer: 130 Min.

Mitwirkende:

Guido Leibold, Winfried Abel, Peter Paulheim, Günther Elm, Peter Seipp, Stepfan Plur, Karl-Heinz Wallentin, Paul Bohl, Herber Guder, Lukas Savari, Martin Möller, Ottmar Bohl, Karl Leipold, Günter Peter, Philipp Schleipen, Johannes Reinhard, Benedikt Rippert, Regina Behr, Hildegard Jäckel, Rita de Wit, Gerlinde Fischer, Nathalie Will, Maria Jahn, Heidi Jahn, Lukas Marwit, Andreas Jahn, Christian Brähler, Gregor Stitz, Bläserchorps Rhön-Vogelsberg, Andreas Raschendorfer, Björn Simon, Juliane Weber, Katharina Schwind, Mirjam Paulheim, Judith Umlauf, Christina Dehler, Joshua Dauzenroth, Leonie Johannes, Lisa Dauzenroth, Vincent Schleipen, Gabriel Rippert, Anne Reinhard, Déirée Ogasa, Jessica Ogasa, Lucas Will, Raphaela Herden, Hannah Gieler




 







 

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