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Alles verändert sich, was aber bleibt? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pfr. Winfried Abel   
Sonntag, 28. August 2011

 

 

Alles verändert sich, was aber bleibt?
Von Winfried Abel

"Alles fließt" stellt der griechische Philosoph Heraklit fest. Ähnlich sagte es ein lateinisches Sprichwort: "Die Zeiten ändern sich – und wir ändern uns mit ihnen".
Dann ist ja eigentlich alles klar! Wir dürfen nicht nur mit der Zeit gehen, wir müssen es! Sonst bestraft uns eines Tages das Leben! Also muss sich der Mensch ändern und anpassen, so wie die gesellschaftliche Entwicklung es erfordert! Wer schreibt denn heute noch Briefe im Stil vom alten Goethe, wo doch alle Welt ihre Botschaften simst und mailt? Wer kratzt denn im Zeitalter von Notebooks und Smartphones noch mit einem Griffel auf der Schiefertafel?

Muss da nicht auch die Kirche Schritt halten?
Wir können das Evangelium nicht mehr mit den Worten eines Paulus, eines Martin Luther oder Pater Leppich verkünden. Eine neue Sprache muss her! …und ein neuer Inhalt! Das Glaubensbekenntnis braucht neue Formulierungen! Die Menschen lassen sich mit altertümlichen Formeln nicht mehr abspeisen. Also muss doch wohl auch eine neue Moral her! Wer kann denn noch nach den uralten Geboten leben?... So könnte man endlos fortfahren.
Doch Halt! Ist hier nicht eine Grenze überschritten? Braucht es im Fluss der Zeiten, Meinungen und Gewohnheiten nicht eine Konstante, die dem Menschen garantiert, dass er noch derselbe ist, wie Gott ihn geschaffen und gewollt hat?

In der Welt gibt es Veränderliches und Unveränderliches. Wohl dreht sich die Erde seit Abermillionen von Jahren, wohl wird sie von Sekunde zu Sekunde älter, dennoch laufen alle Dinge in festen Bahnen, nach unveränderlichen Ordnungen und Gesetzen.
"Erde und Himmel werden vergehen, Du aber bleibst, der du bist", so singt es ein Psalm (Ps102,27f). Und die Kirche? Ist sie heute noch die Kirche Jesu Christi oder haben sie die Menschen schon längst in eine andere umgeschaffen? Wer gibt ihr Gewissheit und Garantie?

Da hilft mir das Motto des eben zu Ende gegangenen Weltjugendtages: "Verwurzelt in Jesus Christus und auf ihn gegründet, fest im Glauben." Diese Worte des hl. Paulus (Kol.2,7) stehen keineswegs im Gegensatz zu einer jugendlichen Kirche. Sie bieten jungen Menschen eine Konstante, an die sie sich halten können.

Wenn Jesus Christus wirklich "derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit" (Hebr.13,8), dann kann man nicht zu den ewig Gestrigen gehören, wenn man Mitglied Seiner Kirche ist und sich nach ihren Weisungen richtet, dann schwemmt einen auch nicht der immer reißender werdende Strom des Relativismus hinweg. Dann hat man ein Fundament unter den Füßen. Genau das braucht der Mensch! "Alles fließt", ja! ER aber bleibt!

 

 

 

 

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