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Wer richtig bittet, wird immer erhört PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pfr. Winfried Abel   
Freitag, 27. August 2010

 

 

Wer richtig bittet, wird immer erhört
Von Winfried Abel

"Meine Tochter ist in Esoterik verstrickt… Mein Sohn ist aus der Kirche ausgetreten…" - Mit solchen und ähnlichen Worten schütten besorgte Mütter mir manchmal ihr Herz aus.
Auf ihre ebenso besorgte Frage "was kann ich da noch tun?" pflege ich den untröstlichen Müttern zu sagen: "Je mehr Sie Ihren erwachsenen Kindern ins Gewissen reden, desto ablehnender werden sie reagieren. Dennoch können Sie etwas tun: gehen Sie unbeirrt Ihren Weg als gläubige Christin weiter, schlagen Sie Ihren Kindern keine Türe zu und beten Sie ohne Unterlass. Dieses Gebet wird mit Sicherheit erhört."
Dann kommt gewöhnlich die Gegenfrage: "Woher nehmen Sie diese Sicherheit?" "Ganz einfach", sage ich, "Sie müssen Jesus nur beim Wort nehmen! Hat er nicht gesagt 'bittet und ihr werdet empfangen'? Wenn Sie Gott bitten, dass ER Ihnen hilft, den Jackpot zu knacken, dann werden Sie wahrscheinlich vergeblich bitten; denn ein Millionengewinn bringt Ihnen keinen Segen. Wenn Sie aber unablässig und vertrauensvoll darum beten, dass Ihr Kind wieder den rechten Weg findet, dann werden Sie sicher erhört, denn Gott hat Ihr Kind für den Himmel geschaffen und dort will ER es auch haben; dafür hat Jesus sich selbst verpfändet."

Und dann erzähle ich gewöhnlich die Geschichte von Monika, die um ihren auf Abwege geratenen Sohn bittere Tränen vergossen hat, bis der Heimatbischof zu ihr sagte: "Kann ein Kind solcher Tränen verloren gehen?" Das gab dieser besorgten Mutter die Zuversicht, dass Gott ihre Gebete erhören werde. Die Gebetserhörung trat mit einiger Zeitverzögerung ein und schenkte der Kirche und der Welt den heiligen Augustinus, dessen Gedenktag wir am 28. August feiern.


Augustinus taugt überhaupt nicht für ein Figurenkabinett von blassen und kitschigen Heiligengestalten. Seine Umwelt war heidnisch wie unsere Zeit. Die Christen galten als eine kleine verachtete Sekte von Ungebildeten. Wer ihrer Schar beitrat, musste in der weltlichen Gesellschaft um seinen guten Ruf fürchten. Gelehrte Philosophen verachteten die glanzlose Herde der praktizierenden Gläubigen als eine Ansammlung unaufgeklärter Frömmler.
Selbst Augustinus, ausgebildet in geschliffener Rede, empfand die Sprache der Evangelien als eine Beleidigung für gebildete Literaten, - bis er in denselben Evangelien die göttliche Weisheit entdeckte. Seine Sehnsucht nach Glück, Ruhm und Karriere enthüllte sich ihm als Sehnsucht nach Gott. "Unruhig ist unser Herz, bis es seine Ruhe findet in Dir, mein Gott" – so betete er später. –

Haben sich seitdem die Zeiten geändert? Sind wir heute klüger geworden? Keineswegs! Der Mensch ist immer noch derselbe in seinem Hochmut, in seiner Schwäche, in seiner Suche nach Glück. Was uns vielleicht fehlt, das sind die gläubigen Mütter, die – wie Monika – sich nicht davon abbringen lassen, für ihre Kinder zu beten.

 

 

 

 

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